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Tuesday, 15. May 2012
Exkursion des Techniker-Lehrgangs 2010/2012
Im Rahmen des zweijährigen Techniker-Lehrgangs an der Bohrmeisterschule Celle werden traditionell Betriebe befahren, die die Lehrgangsteilnehmer noch nicht kennen. Dabei richtet sich das Interesse sowohl auf die Erdöl- und Erdgasindustrie, als auch auf Unternehmen, die nicht unserem direkten Industriezweig angehören. Vom 12.-16. März 2012 führte uns die Fahrt der 15 angehenden Bohr- oder Fördertechniker zunächst in die Schorfheide nördlich von Berlin, wo wir die geothermische Versuchsanlage der Geoforschungsanstalt Potsdam vorgestellt bekamen. Hier wird versucht aus über 4.000 m heißes Wasser zu fördern um Wärme bzw. Strom zu produzieren. Leider hat das Lagerstättenwasser in Norddeutschland eine hohe Salzfracht, die sich in den obertägigen Anlagen störend bemerkbar macht. Auf der Weiterfahrt durch Berlin wurden wir durch das ehemalige Gefängnis und heutige Gedenkstätte Hohenschönhausen geführt, die uns sehr beeindruckte. Am darauffolgenden Tag fuhren wir durch das Braunkohlengebiet in Sachsen-Anhalt und besuchten den Tagebau Profen. Unter fachkundiger Führung erfuhren wir sowohl viele technischen Details – sehr beeindruckende Zahlen – und erhielten auch einige Einblicke in die wirtschaftliche Lage der Region. Das obligatorische Foto vom Schaufelradbagger musste natürlich gemacht werden.Wie gut es dem Bergmann dank seiner Technik heute geht, wurde uns bewusst, als wir am nächsten Tag in Freiberg das Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ befuhren. Natürlich haben wir die 5-stündige Tour „für echte Kerle“ gebucht. Anschließend war aber jeder froh, es geschafft zu haben. Viele Fahrten und einige sehr enge Strecken haben uns körperlich stark gefordert. Unvergesslich.Die heutige Technik, speziell im Erdgasbetrieb fordert weniger körperlichen Einsatz. Im Erdgasspeicher der E.ON Gas Storage in Bierwang lagern große Verdichtereinheiten das Gas in eine ca. 1500 m tiefe Speicherstruktur ein, damit es bei Bedarf jederzeit abgerufen werden kann. Auch diese Technik gehört zum Bergbau. Ohne Erdgasspeicher sind die europäischen Hochdruck-Erdgasleitungen nicht wirtschaftlich zu betreiben.Am letzten Tag der Exkursionswoche fuhren wir wieder nach Norden und haben die Verdichterstation der Open Grid Europe in Waidhaus, nahe der Grenze zu Tschechien, besucht. Die Aufgabe dieser Station besteht darin, das ankommende russische Gas von ca. 60 bar auf maximal 84 bar zu verdichten und in das deutsche Fernleitungssystem zu übernehmen. Dieses Gas hat bereits einen Weg von über 6.000 km aus den sibirischen Gasfeldern hinter sich.Nach sechs Stunden Fahrt kam die Gruppe spät abends wieder in Celle an und hat viele interessante Eindrücke gewonnen, die lange im Gedächtnis haften bleiben werden.
Ralf Waldvogel für die Exkursionsteilnehmer

